{"id":1650,"date":"2023-09-07T20:25:49","date_gmt":"2023-09-07T20:25:49","guid":{"rendered":"https:\/\/achimfeige.com\/?p=1650"},"modified":"2023-09-07T20:33:14","modified_gmt":"2023-09-07T20:33:14","slug":"loslassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/achimfeige.com\/de\/loslassen\/","title":{"rendered":"08 Loslassen: Gib auf! Aber mach es richtig. Dann wird es Dein Weg nach oben."},"content":{"rendered":"\n<p>Liebe Transformers, liebe Co-Creators, liebe Gestalterinnen und Gestalter einer neuen Zeit!<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt diese Momente, da geht alles schief und nichts mehr scheint zu funktionieren. Wir Deutschen erleben kollektiv gerade so einen Augenblick. Das renommierte Londoner Magazin The Economist schrieb gerade auf der Titelseite: \u201cIs Germany the sick man of Europe again?\u201d&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wirtschaft steckt fest, die Prognosen sind d\u00fcster, das Land hat den Optimismus verloren. Deutschlands Schulen bekommen die schlechtesten Werte seit Jahren, nur noch 27 Prozent der Deutschen vertrauen ihrem Bildungssystem &#8211; das fand das Ifo-Institut diese Woche heraus. Die deutschen Frauen sind bei der Fu\u00dfball-WM in der Vorrunde rausgeflogen, und die deutschen Leichtathleten haben bei ihrer WM \u00fcberhaupt nichts erreicht &#8211; zum ersten Mal gab es keine einzige Medaille. Die Bahn kommt zu sp\u00e4t und unsere Regierung ist uns peinlich. So schwach standen wir lange nicht mehr da.<\/p>\n\n\n\n<p>Manchmal scheint alles falsch zu laufen und dann versinkt auch noch das Festival \u201cBurning Man\u201d im Schlamm. Fr\u00fcher mal wegweisend &#8211; jetzt eine Katastrophe &#8211; das k\u00f6nnen nicht nur wir Deutschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt die gute Nachricht: Es ist gro\u00dfartig, wenn das Schicksal uns in solche Situationen wirft. Denn in ihnen steckt eine Lehre, die wir sowieso verstehen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es geht um die Frage, wie reagierst Du, wenn die Krise Dich packt? Machst Du weiter wie bisher und hoffst das Beste? Vielleicht kommst Du damit auf einem mittleren Niveau durch. Aber reicht das? Ignorierst Du sogar die St\u00fcrme und Gewitter da drau\u00dfen und weigerst Dich, das Problem zu sehen? Dann setzt Du Dich der Gefahr aus, mit der alten Ordnung unterzugehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Burning Man versinkt im Schlamm. Du musst das nicht!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Oder aber Du bist bereit, Dir jetzt einen Ruck zu geben und Dich auf den Weg in das Ungewisse zu machen &#8211; das hei\u00dft auch, Deine gro\u00dfe Chance m\u00f6glicherweise zu ergreifen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu habe ich einen Rat: Gib auf!<\/p>\n\n\n\n<p>Aber mach es richtig. Lass ganz los. Lass das Alte gehen und schau hin, was nun ist. Nimm das lateinische Wort ernst: Resignation. Drin steckt auch das Neue schon drin, es ist das Wieder-Unterschreiben. Re-Signation hei\u00dfr also auch, neuen Deal mit sich machen. Einen neuen Vertrag eingehen und auf neuer Basis weiterreisen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich gebe Dir als Mantra vier Fragen mit:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Was stirbt?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Was w\u00e4chst?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Was lasse ich bewusst gehen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Was erobere ich mir?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Sie helfen Dir beim Blick nach vorn. Es ist gut, wenn Du ihn wagst! Alles andere w\u00e4re immer noch am Alten festhalten. Ich wei\u00df, dass der Aufbruch mit Angst und Unsicherheit verbunden sein kann. Das geht uns alles so in solchen Momenten. Loslassen tut weh. Vielleicht brauchst Du einen sicheren Rahmen f\u00fcr diese Umstellung. Ein Retreat, einen vertrauensvollen Begleiter, bei dem Du Dich ganz unverstellt zeigen kannst.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich erinnere in diesem Zusammenhang gern an den Hummer &#8211; als Metapher f\u00fcr uns in solchen Lebenslagen. Ein Hummer muss immer wieder seinen Panzer abwerfen. Er ist dann verletzlich, eigentlich in \u00e4u\u00dferster Gefahr.&nbsp; Er ist angreifbar und total ungesch\u00fctzt ohne Panzer, muss ihn aber abwerfen,&nbsp; sonst gibt es kein Wachstum in seinem Leben. Beim europ\u00e4ischen und amerikanischen Hummer wurde beobachtet, dass w\u00e4hrend der H\u00e4utung andere Artgenossen in der N\u00e4he des schutzlosen Hummers bleiben, um ihn im Ernstfall zu verteidigen. Sie sind soziale Tiere. So wie wir. Schw\u00e4chen geh\u00f6ren zum Leben derjenigen, die eine echte Transformation schaffen wollen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wer sich helfen l\u00e4sst, lernt schneller<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Du den Weg \u00fcber ein Retreat gehst, also Einkehr vor dem gro\u00dfen Wandel, gibt es einige Techniken, die mehr Einf\u00fchlung und Self-Care bringen. K\u00f6rper\u00fcbungen, Bio-Feedback, Breathwork &#8211; Du machst dich bewusster, \u00f6ffnest dich, kannst alte Muster besser erkennen und gehen lassen. Im K\u00f6rper stecken viele Antworten, das ist f\u00fcr uns in der Transformativen Klasse eine Grunderkenntnis. Geht man auf diese Art an die Herausforderungen, wird oft alles viel leichter.<\/p>\n\n\n\n<p>Es hilft auch, den ganzen Weg im Blick zu behalten. Unsere Position in dem Dreieck aus Waking Up &#8211; Growing Up &#8211; Showing Up. Ich sehe darin eine Reise, quasi eine Wanderung \u00fcber einen Berg. Die Situation in der wir nun stecken, ist: Ich komme vom Berg runter, \u00fcbe mich nun in \u201cSensemaking\u201d. Ich stelle die Dinge in einen neuen Zusammenhang. Dabei geht es immer um die Frage: Was muss ich loslassen, was bleibt am Berg? Manches wird gehen m\u00fcssen, damit Platz f\u00fcr das Neue entsteht. Deswegen nenne ich diesen Punkt unserer transformativen Reise auch die Katharsis &#8211; die Reinigung.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Transcend and Include<\/em>, so lautet ein Satz aus der integralen Philosophie des Denkers Ken Wilber. \u00dcberschreite, und beziehe dann wieder ein. L\u00f6se Dich zuerst, und kombiniere dann die Elemente wieder neu zusammen. Ich meine: Wenn man Neues will, erkennt man auch Neues. Dazu ein Beispiel aus der pers\u00f6nlichen Entwicklung: Wenn Jugendliche erwachsen werden, sehen sie irgendwann, dass es noch mehr gibt au\u00dfer den Eltern. Andere Meinungen, andere Haltungen, andere Autorit\u00e4ten. Sie m\u00fcssen dann auch loslassen und sie differenzieren die Welt neu. Zuerst geschieht das meist in Absto\u00dfung vom Alten. Man will dann alles anders machen. Wom\u00f6glich entwickelt man Ablehnung &#8211; f\u00fcr einige Zeit. Sp\u00e4ter wird man die Eltern wieder mit neuen Augen sehen, seinen Herkunft wieder annehmen und das Gute daran akzeptieren. Aber eben auf neue, erwachsene Art.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gro\u00dfe Gefahr, die wir zurzeit viel sehen, ist das Verharren in der totalen Ablehnung. Die Woke-Szene funktioniert im Wesentlichen so. Alles Alte wird verteufelt. Ich habe k\u00fcrzlich in einem Lifestyle-Magazin einen Artikel gelesen, in dem sogar der gro\u00dfe Komiker Loriot als kleinb\u00fcrgerlicher Rassist verdammt wurde (was er nat\u00fcrlich niemals war). So schie\u00dft man \u00fcber das Ziel hinaus und zertr\u00fcmmert alles, so verf\u00e4llt man ganz in ein bin\u00e4res Prinzip: Seine eigene Weltsicht absolut zu setzen. Das ist nicht unser Weg. Die \u201cBig Mind\u201d &#8211; unser gro\u00dfes Ziel einer erneuerten und erweiterten Geisteshaltung &#8211; h\u00e4lt immer beide Seiten, kann Widerspr\u00fcche ertragen, kann sich ein unvoreingenommenes Bild der Welt machen. Alte Strukturen k\u00f6nnen dann immer noch aufgebrochen werden &#8211; aber unter Wertsch\u00e4tzung des anderen, nicht mit Hass.<\/p>\n\n\n\n<p>Die andere Gefahr ist das Anklammern an das Alte, das eigentlich gehen muss. Warum ist Deutschland \u201cWachstumsschlusslicht\u201d in Europa? Wir h\u00e4ngen an der alten Welt fest. Wir lassen uns nicht mehr \u00fcberraschen, probieren nicht mehr unvoreingenommen etwas Neues. Wir glauben, dass man Komplexit\u00e4t mit noch mehr Normen regelt. Wir wollen den Denkfehler bisher nicht sehen. Wir m\u00fcssen noch Loslassen lernen. Dabei geht es nicht darum, alles abzuwerten. Es ging lange gut, und hat seinen Wert, aber die Zeiten sind vorbei.<\/p>\n\n\n\n<p>Das gilt auch f\u00fcr jede einzelne Person, auch, wenn wir auf uns selbst schauen: Es ist gut, wie ich fr\u00fcher war. Auch das kann man wertsch\u00e4tzen, und sollte es nicht diskreditieren. Wir sind immer die Repr\u00e4sentanz unserer Kultur, unserer Vorfahren, der Vergangenheit des Sozialsystems. Es ist nicht schlecht, dazu geh\u00f6rt zu haben. Aber es ist gut, zu merken, dass etwas nicht mehr passt. Dass wir einzelne Verbindungen neu codieren m\u00fcssen. So werden wir ein <em>post-kathartic leader<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Ohne die Resignation geht es nicht. Wir m\u00fcssen lernen, gut zu resignieren. Vielleicht m\u00fcssen wir weinen, durch Trauer gehen, Schmerzen ertragen. Ohne das ist keine Transformation m\u00f6glich. Die Buddhisten sagen: Man stirbt in das Leben hinein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schau der Krise ins Auge und l\u00f6se Dich von alten Mustern<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Solange Du das nicht machst, wiederholst Du Deine alten Muster immer wieder. Egal, ob es um den Job geht, um die Beziehung, um den Freundeskreis. Wer sich der Transformation nicht wirklich stellt, \u00e4ndert nur \u00e4u\u00dferlich etwas. Dann sind die Partner und die Arbeitspl\u00e4tze vielleicht andere. Aber die Probleme bleiben. Es ist wie im Hollywood-Film: Der Held hat eine tiefe Krise, muss durch ein tiefes Tal, kommt daf\u00fcr umso strahlender wieder heraus, steigt in umso gr\u00f6\u00dfere H\u00f6hen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die tiefe Krise ist der Punkt, der in meinem Diagramm (siehe oben) mit \u201cFucking Up\u201d bezeichnet wird. Das ist das Scheitern. Wir werden mehr als einmal durch das Scheitern gehen. So ist es eben mit neuen Wegen: Du kannst es ja nicht gleich schaffen, es ist ja neu. Wir werden erst \u00fcber kleine Experimente Sicherheit in der neuen Realit\u00e4t finden. Werden kleine Schritte unternehmen. Und dann werden wir einen echten Ausweg nach oben finden (das symbolisiert die orangefarbene Linie). Das wird unser Showing Up: Wir sind da! Als neue, gr\u00f6\u00dfere Version unserer selbst!<\/p>\n\n\n\n<p>Am Ende k\u00f6nnen wir dann das veraltete Betriebssystem ablegen und sozusagen ein neues installieren. Du musst Dich nur noch fragen, was Dir im Weg steht. Wie viele Niederlagen steckst Du noch ein, bevor Du aufwachst? Was machst Du Dir vor nicht zu wissen? Die Antworten sind da. Jetzt fehlt nur noch der Entschluss. Lass los!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dein<br>Achim<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Transformers, liebe Co-Creators, liebe Gestalterinnen und Gestalter einer neuen Zeit! Es gibt diese Momente, da geht alles schief und nichts mehr scheint zu funktionieren. Wir Deutschen erleben kollektiv gerade so einen Augenblick. 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